Die Detox Days ist eine Zeit, in der man sich intensiv mit seinem Körper auseinandersetzt.
Das heißt, dass man sehr viel bewusster auf seinen Körper achtet und vielleicht Dinge und Symptome bemerkt, die einem vorher nie aufgefallen sind. Das ist schön und gut so, aber bitte bedenke, dass nicht alles, was du während der Detox Days spürst, unmittelbar mit dem Detox zusammen hängen muss. Oft kommen auch andere Dinge dazu, man spürt vielleicht einen Wetterumschwung oder es geht gerade eine Magen-Darm-Grippe um…
Nichtsdestotrotz sind die Detox Days sind ein sehr intensives Programm und je nachdem, in welchem Zustand dein Körper vor Beginn war, spürt ihr das mehr oder weniger stark.
Damit man einen Vergleich hat: knapp 20% von euch werden in den 7 Tagen überhaupt keine besonderen Symptome merken und sich die ganze Zeit über wohlfühlen. Das heißt aber auch, dass 80% von euch, also 4 von 5, recht deutliche Veränderungen spüren werden, die von verändertem Körpergeruch über Müdigkeit und Kopfweh bis zu leichten Gliederschmerzen (wie kurz bevor man eine Grippe bekommt, aber dann kommt eben keine) gehen können. Folgende Symptome sind sehr häufig:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- starker Körpergeruch
- Mundgeruch
- leichte Übelkeit
- leichte Gliederschmerzen
- eine rinnende Nase oder belegte Stimmbänder (aber ohne Halsweh)
Erbrechen oder irgendwelche starken Krämpfe sind NICHT Teil des Programms und wenn diese auftreten, solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Aber warum fühlen sich einige während eines Detox richtig miserabel? Ein bisschen Müdigkeit ist ja nicht schlimm, aber bei ca. 20% von euch kommen dann mehrere Symptome zusammen und einige haben dann eine Phase, in der sie sich ziemlich schlecht fühlen. Was passiert da? Ist das alles wirklich Entgiftung?
Wir haben uns lange mit diesem Thema beschäftigt und auch andere Therapeuten und Ärzte gefragt, die solche Programme anbieten. Drei verschiedene Erklärungen haben wir dazu gefunden:
- Theorie: Die Giftstoffe werden schneller mobilisiert, als sie abtransportiert werden können. Die Entgiftung wird so schnell in Gang gesetzt, dass die Leber, vor allem die Phase 2 der Entgiftung, nicht mit der Mobilisierung Schritt halten kann und diese Giftstoffe schwimmen daher im Körper umher und verursachen diese Symptome.
Was gegen diese Theorie spricht: die meisten von euch haben schon am ersten Tag am frühen Nachmittag die ersten Symptome – und so schnell beginnt die Entgiftung und Mobilisierung dann auch wieder nicht, dass man schon nach 4 Stunden so viel bemerken würde. Was auch noch dagegen spricht: wir konzentrieren uns ja in den Detox Days auf die Ausscheidung der Giftstoffe, nicht auf die Mobilisierung – diese findet vor allem während der Nachtstunden statt – aber das kann am ersten Tag ja auch noch nicht stärker passiert sein als an jedem anderen Tag, denn der Detox hat ja auch erst mit dem Frühstück begonnen. - Theorie: Du hast Allergien auf gewissen Nahrungsmittel (von denen du vielleicht nichts weißt), auf die in deinem Körper Antikörper gebildet wurden. Wenn du diese Nahrungsmittel aber nicht isst, dann “haben die Antikörper nichts zu tun” und bilden Komplexe, die dein Immunsystem dazu bringen, eine Entzündungsreaktion zu starten und dann bekommt man eine ganze Reihe unangenehmer Nebenwirkungen. Diese Theorie klingt spannend, aber wir konnten nur eine Theorie, aber keine wirklichen wissenschaftlichen Begründungen dazu finden. Was auch noch dagegen spricht: wir arbeiten seit Jahren mit Menschen mit Nahrungsmittelallergien und eigentlich fühlt sich jeder schlagartig besser – nicht zuerst schlechter – wenn er die Dinge weglässt, die er nicht verträgt. Wenn diese Theorie wirklich ausschlaggebend wäre, dann wäre die “Erstverschlechterung” bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein sehr häufiger und bekannter Faktor.
- Theorie: Entzugserscheinungen. Wir können nicht nur von Kaffee oder anderem Koffein Entzugserscheinungen bekommen, sondern wir können regelrecht süchtig auf eine ganze Reihe von Lebensmitteln werden. Zucker ist extrem süchtigmachend, aber man kann auch eine Art Sucht auf alle Nahrungsmittel entwickeln, die man nicht verträgt. Denn wenn man allergisch auf ein Nahrungsmittel ist, zB Gluten, dann reagiert der Körper mit Entzündung – jedes Mal, wenn man das entsprechende Lebensmittel isst. Wenn man nicht weiß, worauf man reagiert, dann isst man das häufig jeden Tag und der Körper hat ständig eine chronische Entzündungssituation. Teil der Entzündungsreaktion sind aber auch körpereigene “Schmerzmittel”, die der Körper ausschüttet – und auf die kann man ein wenig “süchtig” werden. Und wenn der Körper seine “Drogen”, egal ob Zucker oder körpereigene Schmerzmittel nicht bekommt, dann kann er darauf scheinbar reagieren wie ein Junkie auf Entzug – Müdigkeit, Gereiztheit, Kopfweh, Übelkeit, Gliederschmerzen. Was für diese Theorie spricht: je weniger Zucker und “schnelle” Kohlenhydrate im Detox-Programm sind, umso schneller sind bisher die Symptome losgegangen. Da wir die Detox Days auch dazu nützen, durch die “Zuckersucht” durchzubrechen, kommen dann eben bei einigen mehrere “Entzugserscheinungen” zusammen, was das ganze verstärken kann.
Das sind die möglichen Gründe für Symptome, die relativ schnell anfangen. Es gibt auch immer einige in der Gruppe, die zwar evtl schwache Symptome von Anfang an haben, die aber dann relativ plötzlich später stärkere Symptome haben, dazu gehören vor allem Muskelkrämpfe (nicht: Bauchkrämpfe!). Wir sind derzeit der Meinung, dass das daran liegen könnte, dass ihr vorher schon keinen besonders guten Nährstoffstatus hattet, dass die Entgiftung diese Reserven weiter reduziert hat und dass die Nährstoffe, die dann im Detox zugeführt wurden, für euch zu wenig waren. Wenn Krämpfe und/oder Verstopfung für dich ein Problem sind, dann kannst du versuchen, ob zusätzliches Magnesium dir helfen kann. 150-300mg Magnesium pro Tag, am besten als Magnesiumcitrat oder in einer Mischung, die Magnesiumcitrat enthält, sollte dann bei den Krämpfen Abhilfe schaffen (und auch der Entgiftung helfen). Auch bitte nicht vergessen: immer ausreichend trinken!
Vielen Menschen hilft es schon, wenn sie wissen, warum ihre Symptome auftreten oder dass sie “normale” Nebenwirkungen des Programms sein können. Es ist dann irgendwie leichter, damit zurecht zu kommen und man weiß, es tut sich was im Körper und verändert sich zum Positiven. Übrigens: bei ca. der Hälfte von denen, die am Anfang diese Symptome haben, sind sie dann schlagartig, meist über Nacht, weg und die Energie ist wieder voll da. Nur ca. 10% haben die ganze Woche leichte Symptome, für die allermeisten hört die Woche mit einem “Energiehoch” auf.
Sollten die “Nebenerscheinungen” aber über das in diesem Artikel erwähnte Ausmaß hinaus gehen oder du dich sehr schlecht fühlen solltest, dann ist das nicht Teil des normalen Detoxes – bitte suche dann einen Arzt auf und lass abklären, was dafür die Ursache sein kann.
6 Kommentare zu „Warum fühle ich mich so besch…eiden?“
Ich hatte auch am 3. Tag morgens starke Probleme mit dem Kreislauf. Ist das normal?
Danke für die Unterstützung. Ich wollte schon abbrechen!!!
Am Tag 6 hatte ich das erstmals keine Kopfschmerzen!! Also es kann nur
besser werden.
LG Gerda
Danke für eure Begleitung! Die Symptome werden täglich schwächer. Sie haben tatsächlich gleich am Samstag sehr schnell eingesetzt. In der Früh und am späten Abend geht es mir am Besten. Am Späten Vormittag bis Nachmittag bekomme ich ein starkes Tief mit Müdigkeit und leichtem Kopfschmerz.
Tja ich würde mich auf jeden Fall sowohl koffein – wie zuckersüchtig bezeichnen.
Bin aber voll dabei die Detox Days durchzuziehen! ????
Danke für eure hilfreichen Tipps.lg wolfgang
geht mir heute schon besser.lg wolfgang
Danke für eure hilfreichen Tipps und Erklärungen und vor allem Euer “Mitgefühl”!
LG Silke