Sollen Lebensmittel in Plastik aufbewahrt werden?

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leere Plastikdosen mit blauem Deckel

Plastik ist wirklich der Fluch der Menschheit. Es ist so unglaublich praktisch und hat uns so viele Dinge ermöglicht, aber mehr und mehr kommen wir dahinter, dass wir die Geister, die wir riefen, jetzt nicht mehr loswerden. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Plastik zersetzt sich nicht wirklich (außer, es wird verbrannt), sondern zerlegt sich einfach in immer kleinere Bestandteile – und wenn die dann im Meer landen, haben wir ein großes Problem, wie die großen Plastikwirbel im Pazifik und Nordatlantik beweisen (https://www.youtube.com/watch?v=66P4cCPTbRk). Auch interessant ist diese Sendung von 3Sat zum Thema “Plastik im Blut” (https://www.youtube.com/watch?v=cjJKsvVvrGI)

Damit Plastik in so praktische Verpackungen umgewandelt werden kann, muss es flexibler gemacht werden, mit sogenannten “Weichmachern”. Das Problem dabei ist, dass diese Weichmacher (Phtalate, Bisphenol-A,…) nicht fest mit dem Plastik verbunden sind, sondern eher so wie “Wasser in einem Schwamm” sind, d.h. sie können extrem leicht herausgelöst werden und gehen dann in das Nahrungsmittel über, mit dem sie Kontakt haben. Diese Stoffe werden besonders von Fett angezogen (und im Fett gespeichert), aber auch Wärme und Feuchtigkeit kann diese Stoffe lösen (zB eine Wasserflasche, die in der Sonne steht oder im heißen Auto liegt).

Es gibt jetzt schon Plastikverpackungen, die BPA-frei (BPA steht für Bisphenol-A) frei sind – d.h. aber nicht, dass sie frei von Weichmachern sind, denn dann weichen die Hersteller eben auf andere Stoffe aus, die dem Plastik eine ähnliche Eigenschaft geben sollen. Das Problem: diese neuen Stoffe sind oft noch nicht gut untersucht, deswegen wissen wir noch nicht, ob sie wirklich sicher sind – oder einfach nur “etwas anderes”, und man kann “Frei von BPA” drauf schreiben…

Firmen wie Tupperware sind sich dieser Problematik bewusst und arbeiten seit Jahren daran, ihre Kunststoffprodukte möglichst frei von Weichmachern und anderen hormonverändernden Stoffen zu machen – aber ganz ist das (zumindest bisher) nicht möglich und auch in diesen Produkten sind Weichmacher enthalten.

Die beste Strategie ist es daher, Plastik so weit es geht zu vermeiden und nach und nach im Haushalt zu reduzieren:

  • Dinge, die man in Plastik gewickelt oder eingeschweißt kauft, sollten zu Hause  – so weit es möglich ist – ausgepackt und umgepackt werden
  • Schraubgläser nie legen oder auf den Kopf stellen (die Plastikschicht im Deckel gibt Weichmacher an den Inhalt ab).
  • Wenn möglich, Lebensmittel in Glas, Porzellan oder Stahlbehältern aufbewahren.
  • Jausenbrote etc nicht in “Frischhaltefolie” einwickeln, sondern vielleicht in Butterbrotpapier.

1 Kommentar zu „Sollen Lebensmittel in Plastik aufbewahrt werden?“

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