
Woher kommt eigentlich die Tradition vom “Frühjahrsputz”? Gerade im Frühling, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, erwachen auch unsere Putzgeister! Ob Garten, Balkon, Terrasse, Küche oder Keller – alles soll auf Vordermann gebracht werden.
Der einfache Grund: bevor die Elektrizität Einzug in unser Leben hielt, war es in den dunklen Wintermonaten nicht so einfach den Schmutz in den Stuben überhaupt zu sehen. So bürgerte es sich mit der Zeit ein, die Wohnstätten gründlich vom Schmutz zu befreien, sobald die Tage wieder länger wurden. Und schon damals brauchte es eigentlich nicht viele Putzmittel, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen.
Wir haben hier die wichtigsten Tipps und Tricks gesammelt, wie man schnell und effizient auch die Dinge sauber bekommt an denen sich besonders gerne, Fettreste, Staub, Kalk und Co sammeln. Unser Fokus ist natürlich die Küche!
Wer es nicht glaubt, die einfachsten Haushaltsreiniger sind Natron, Zitronensäure, Essig, Salz, Kartoffeln und Wasser!
Wir haben die wichtigsten Dinge für dich zusammengestellt:
Teekanne
Wasserkocher und Thermoskannen
Holzkochlöffel und Holzbretter
Backrohr/Backblech
Dunstabzug
Ceranfeld
Kühlschrank
Geschirrspüler
Abflussrohre
Putzlappen und Küchenschwämme
Armaturen
Biomülleimer
Mülleimer
Edelstahl
Eingebrannte Pfanne
Angebrannte Töpfe
Gebrauchsgegenstände im Haushalt wechseln
Natron

Natron (Natriumbicarbonat) ist als Hausmittel sehr bekannt. Mit Natron oder auch Waschmittel bekommt man nicht nur Silikon-Fugen wieder weiß, beides eignet sich auch gut als Reinigungsmittel für Gartenmöbel, Töpfe, Edelstahl, Geschirrspüler oder Kinderspielzeug. Natron einfach mit etwas Wasser vermischen und der entstandene Brei entfernt selbst hartnäckigste Flecken.
Mit den kleinen Päckchen Natron zum Backen wird der Spaß bald unnötig teuer. Größere Mengen bekommt man in der Apotheke, aber auch dort ist es oft noch teuer. Auf Amazon gibt es Natron in Lebensmittelqualität im 5kg-Kübel – und was man nicht zum Putzen (oder Backen) braucht, kann man super fürs “Detox-Bad” verwenden.
Teekanne

Teekannen sollten ausschließlich von Hand ohne Spülmittel gewaschen werden, um die Aroma-Entfaltung des nächsten Tees nicht zu verändern. Wer die Tee-Verfärbungen nicht haben möchte, kann heißes Wasser mit Natron in die Kanne geben und sie über Nacht stehen lassen. Super funktioniert auch Zitronensaft für die “Teestein”-Verfärbungen in der Kanne. Einfach mit der Schnittfläche einer halben Zitrone abreiben. Die Reste der Ablagerungen können in der Regel ganz einfach unter fließendem Wasser abgespült werden. Das funktioniert übrigens auch bei Teefiltern aus Metall, Kaffeekannen und dem meisten Besteck.
Wasserkocher und Thermoskannen

Dafür gibt es mehrere Tipps!
1. Zitrone
Zitrone halbieren, an der Schnittstelle die Schale noch etwas entfernen und anschließend mit der Zitronenhälfte den Innenrand des Wasserkochers kräftig ausreiben. Den austretenden Saft nicht abgießen, sondern mit Wasser bis zum Maximum auffüllen und den Kocher einschalten. Nach dem Kochen mit klarem Wasser ausspülen und alle Zitronenreste entfernen.
2. Natron
Ca. 1 EL Natron in ein wenig Wasser auflösen, in den Wasserkocher leeren, mit Wasser bis zur Hälfte auffüllen und zum Kochen bringen. Da Natron beim Erhitzen schäumt, ist es ratsam den Behälter nicht bis ganz oben zu füllen. Danach noch etwa eine Stunde einwirken lassen und mit frischem Wasser nochmals aufkochen.
Bei Thermoskannen wird heißes Wasser, mit Natron vermischt, in die Kanne gefüllt. Eine Stunde einwirken lassen, anschließend gut ausspülen.
3. Zitronensäure.
Zitronensäure gibt es flüssig und als Pulver im Drogerieladen. Einfach 1-2 EL ins Wasser geben und sonst genau gleich wie bei Punkt 2 verfahren.
Warum du dafür keinen Essig (oder Essigessenz) nehmen solltest: Essig greift – im Gegensatz zu Zitronensäure – Gummidichtungen an und kann daher im Wasserkocher Schaden anrichten.
Holzkochlöffel und Holzbretter

Kochlöffel aus Holz gelten oft als besonders unhygienisch, da sie sich mit Wasser und somit auch mit Keimen voll saugen können. Daher sollte man sie gelegentlich für mehrere Minuten (6-10 Minuten) in Salzwasser “auskochen”. Danach aber gleich herausnehmen und trocknen lassen, um Rissbildung zu vermeiden.

Gespülte Holzbretter sollten zum Trocknen senkrecht gestellt werden, damit die Luft besser zirkulieren kann.
Der Grund: Wenn Schneidebretter mit warmem Wasser gespült werden, fängt das Holz an zu quellen, die Bakterien in den Spalten werden eingeschlossen, sodass man mit der Spülbürste nicht mehr dran kommt. Das heißt aber nicht, dass man deshalb auf Holzbretter verzichten sollte, denn Plastik ist auch nicht unbedingt besser.
Entkeimen kann man Bretter am besten in der Mikrowelle. Bretter mit Schnittkerben durch neue ersetzen, da sich in den Ritzen Keime sehr lange halten können. Man kann sie auch gut “desinfinzieren”, indem man sie gelegentlich gründlich abschrubbt und anschließend für ein paar Stunden in die pralle Sonne legt.
Für rohe und gekochte Lebensmittel am besten immer unterschiedliche Schneidebretter verwenden. Vor allem rohes Fleisch oder rohen Fisch sollte man auf einem dafür reservierten Brett zubereiten und dieses Brett dann mehr nicht für rohes Gemüse verwenden.
Holzverfärbungen kann man vermeiden, indem man Bretter oder Holzkochlöffel vor der ersten Verwendung mehrere Tage in kohlensäurehaltiges Wasser mit ein wenig Zitronensaft oder Essig einlegt. Außerdem kann man sie nach dem täglichen Gebrauch gut abspülen und mit Salz bestreuen – und über Nacht einwirken lassen. Ab und zu kann man das Brett/den Kochlöffel auch mit Pflanzenöl einreiben, so bleiben sie geschmeidig.
Backrohr/Backblech

Zitronenwasser
Eine hitzebeständige Schale mit Wasser und einer in Scheiben geschnittenen Zitrone im Backofen auf den Rost stellen. Auf ca. 100 bis 120° Grad Umluft (so gelangt der Zitronendunst auch wirklich in alle Ecken) erhitzen und das Zitronenwasser verdunsten lassen. Danach den Ofen abschalten, einige Minuten warten bis er abgekühlt ist und feucht nachwischen.
Salz
Bei sehr starken Verkrustungen ungefähr einen Zentimeter dick Salz auf den Boden des Rohrs streuen und eine Stunde bei
100 °C “backen”. Danach feucht nachwischen.
Natron
Genausogut kann man eine Paste aus Natron und Wasser mischen und auf die schmutzigen Stellen auftragen. Einige Minuten einwirken lassen und mit Bürste oder Tuch abreiben.
Alle Methoden funktionieren auch für Backbleche.
Dunstabzug

Die Dunstabzugshaube möglichst regelmäßig, am besten mit einer Mischung aus Geschirrspülmittel und Wasser, reinigen. Dafür ruhig etwas mehr Spülmittel oder auch alkalischen Küchenreiniger verwenden. Am besten Mikrofasertücher dafür benutzen. Zum Abtrocknen ein fusselfreies Tuch nehmen. Auch der Metallfilter kann so gereinigt werden – oder einfach im Geschirrspüler waschen (auf Anleitung achten, geht nicht bei allen Filtern). Ein Aktivkohlefilter muss alle 3 Monate getauscht werden.
Ceranfeld

Auf einem Cerankochfeld können sich Spritzer und Essensreste leicht einbrennen. Deshalb ist es wichtig, die Platten gleich nach der Verwendung, sobald sie abgekühlt sind, mit einem feuchten Tuch und Spülmittel abzuwischen.
Hartnäckigere Flecken kann man mit einer Paste aus Wasser und Natron oder Geschirrspülmittel (Pulver oder Tab) wegbekommen. Einfach damit über das Kochfeld wischen, einwirken lassen und wieder abwischen.
Auch Zitronen bringen das Ceranfeld zum Glänzen. Einfach eine Zitrone aufschneiden und mit den Hälften das Ceranfeld einreiben und nachwischen.
Kühlschrank

Für eine gründliche Reinigung sollte man den Kühlschrank am besten komplett ausräumen. Alle Oberflächen gründlich mit einem feuchten, sauberen Tuch und ein paar Spritzern Zitronensaft bzw. Zitronensäure abwischen. Trocken nachwischen.
Dabei die Gummidichtungen nicht vergessen! Hier nistet sich gerne Schimmel ein, den man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Mit einem in Zitronenwasser getauchtes Wattestäbchen die Dichtungen entlang fahren. Noch besser ist es, die Zitrone heiß zu machen. Hinterher gut mit Küchenrolle trocknen.
Gegen den typischen Kühlschrankgeruch und damit die Lebensmittel nicht so viel Geruch von einander annehmen, einfach eine Tasse oder ein Glas mit Natron (ohne Deckel) in den Kühlschrank stellen. Alle paar Wochen austauschen.
Geschirrspüler

Am Besten reinigt man den Geschirrspüler mit Natron und Zitronensäure. In den leeren Geschirrspüler 1-2 EL Natron auf den Boden streuen. 20ml Zitronensäure in das Geschirrspülmittelfach leeren und ein kurzes, aber möglichst heißes (mind. 60°C) Spülprogamm wählen. Gummidichtungen, Sprüharme und Co beim Reinigen nicht vergessen!
Das Zubehör des Geschirrspülers, die Gummidichtungen, Sprüharme und die meist ziemlich verschmutzten Seiten der Geschirrspülerfront können ganz einfach mit Zitronen- oder Essig-Wasser oder Spülmittel sauber gemacht werden.
Natron kann auch zur Geruchsneutralisierung beitragen. Dazu einfach bei jedem Spülvorgang 1 EL davon auf den Boden des Geschirrspülers streuen. Das bindet den Geruch und bringt gleichzeitig die Gläser zum Glänzen.
Abflussrohre

Wenn Essig auf Natron trifft, dann schäumt es STARK. Und genau das kann man sich zunutze machen, um Abflussrohre, die schon ein bisschen verunreinigt (aber nicht wirklich verstopft sind) zu reinigen. Dazu braucht man ½ Tasse Natron, ½ Tasse Essig, 1 Liter kochendes Wasser und ein feuchtes Tuch. Zuerst leert man das Natron in den Abfluss, schüttet den Essig hinterher, deckt den Abfluss mit dem feuchten Tuch gut zu, lässt alles 10 Minuten einwirken und leert anschließend das kochend heiße Wasser hinterer. Ein Mal im Monat angewendet bleiben die Rohre sauber!
ACHTUNG: Es kann spritzen, deshalb niemals das Gesicht direkt über den Abfluss halten und Schutzbrille tragen!
Putzlappen und Küchenschwämme

Um alle Bakterien ordentlich abzutöten, sollten die Putzlappen mit einer Mindesttemperatur von 60 Grad gewaschen und 1x pro Woche getauscht werden. Keinen Weichspüler verwenden, denn sonst kann der Lappen anfallende Flüssigkeiten später schwerer aufnehmen.
Ein besonderer Trick: Etwas Essig zur Wäsche geben. Auch Geschirrtücher sollten 2x in der Woche getauscht und bei mindestens 60° Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.
Armaturen

Armaturen aus Chrom lassen sich ganz leicht mit einer Zitrone reinigen. Zitrone aufschneiden und mit einem handlichen Stück die Chromteile abreiben. Mit warmem Wasser nachspülen und mit einem Tuch trockenreiben.

Wer einen offenen Kamin, Kachel- oder Schwedenofen hat, kann die Holzasche dazu verwenden Chrom zu reinigen. Ein feuchtes Tuch in die Asche tunken und die Chromteile damit abreiben. Mit warmem Wasser abspülen und mit einem fusselfreien Tuch nachpolieren. Auch die Glasscheiben des Ofens lassen sich auf diese Weise vom Ruß befreien.
Biomülleimer

Die Eierkartons aus Pappe als Unterlage im Biomüll-Eimer in der Küche.
Vorteil 1: umweltfreundliche Entsorgung
Vorteil 2: durch diese Einlage verklebt der Sammelbehälter in der Küche nicht so und lässt sich leichter entleeren.
Vorteil 3: die Pappe saugt sehr viel Feuchtigkeit aus dem Biomüll auf – dadurch riecht es weniger.
Mülleimer

Zum Reinigen den Eimer mit kochendem Wasser und einen guten Schuss Essig oder Essigessenz befüllen (desinfiziert auch gleich). Danach den Deckel schließen und eine halbe Stunde wirken lassen. Durch den Wasserdampf löst sich auch der Schmutz am Eimerdeckel.
Edelstahl

Edelstahl kann sehr gut mit einer Kartoffel zum Glänzen gebracht werden. Dazu die Kartoffel in 2 Hälften schneiden, die Oberfläche abreiben und nachwischen.
Eine andere Methode ist Natron. Aus 3 EL Natron und circa 1 1/2 EL heißem Wasser in einer kleinen Schale eine Natron-Paste mischen, einen feuchten Schwamm eintunken und die Flächen damit abreiben. Bei hartnäckigen Verschmutzungen 1-2 Minuten auf dem Edelstahl einwirken lassen und danach mit einem Lappen und klarem Wasser nachwischen.
Bei waagerechten Flächen kann man auch direkt das Pulver darauf verteilen und mit einem nassen Schwamm verreiben.
Ein anderer Trick: Das Natron-Pulver mit heißem Wasser vermischen und in eine Sprühflasche geben und damit den Edelstahl einsprühen. Ca. 1-2 Minuten einwirken lassen, mit klarem Wasser und einem sauberen Lappen abwischen und, wenn notwendig, mit einem Mikrofasertuch nachreiben.
Eingebrannte Pfanne

Großzügig Salz in die eingebrannte Pfanne streuen und solange erhitzen bis es gelb- bräunlich wird. Die Pfanne dann vom Herd nehmen und mit Küchenpapier ausreiben. Am besten einen alten Topfhandschuh anziehen, damit man sich nicht die Finger verbrennt!
Angebrannte Töpfe

Sollte einmal ein Edelstahltopf beim Kochen so richtig schwarz verkrustet angebrannt sein, gibt es auch dafür eine Lösung: einfach eine Zwiebel mit Schale in Stücke schneiden und mit ca. 1 cm Wasser in den Topf geben. Solange kochen bis das Wasser verdunstet ist. Im hartnäckigsten Fall nochmals Wasser zugeben und weiter kochen lassen.
Gebrauchsgegenstände im Haushalt wechseln
Schwämme: 1 x wöchentlich
Studien zufolge tummeln sich auf einem Quadratzentimeter Schwamm bis zu 50 Milliarden (!!) Bakterien.
Tupperware: alle 8 -12 Monate
Hier geht es weniger um Keime als um die Weichmacher, die austreten können. Die Zeitangabe gilt übrigens bei häufigem Gebrauch.
Schneidebrett: alle 12 Monate
In den Einschnitten können sich Essensreste sammeln, die dann zu schimmeln beginnen. Egal, wie gründlich man das Schneidebrett reinigt.
Rasierklingen: alle 2 Wochen
Haare, Schaumreste und Feuchtigkeit bilden den idealen Nährboden für Schimmelpilze. Daher nach der Verwendung bitte immer gut abtrocknen.
Zahnbürste: alle 3 Monate
Nach einer Erkältung die Zahnbürste umgehend entsorgen.
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