Der Tiefkühlschrank ist eine Institution in unserem Haushalt, die es ermöglicht hat, Lebensmittel langfristig haltbar zu machen und sie saisonübergreifend das ganze Jahr über essbar zu machen. Aber auch dieser “Vorratsschrank” muss gepflegt werden. Oft passiert es leider, dass man beginnt den Überblick zu verlieren, weil man kein System mehr beim Einräumen und Lagern der Tiefkühlkost hat. Wir haben für dich die wichtigsten Punkte, die es beim Reinigen und Einräumen zu beachten gibt, aufgezählt.
Themen-Übersicht:
Lebensmittel für die Tiefkühltruhe verpacken
TK richtig reinigen

Am besten ist es die Gefriertruhe im Winter abzutauen, da das Gefriergut optimal auf der Terrasse oder auf dem Balkon bei Minustemperaturen zwischengelagert werden kann, bis die Truhe oder der Schrank wieder einsatzfähig ist. Um nicht Gefahr zu laufen, dass die Lebensmittel von Tieren angefressen werden, ist es nützlich sie in großen Plastikbehältern nach draußen zu stellen. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt gleich alle Lebensmittel zu kontrollieren, ob das Haltbarkeitsdatum bereits überschritten ist. Wenn ja, sollten sie entsorgt werden. Am besten reinigt man mit lauwarmen Wasser und einem spritzer Spülmittel oder Essigwasser den Innenraum und achtet dabei besonders auf Rillen und Fugen. Für besonders hartnäckige Verschmutzungen kann auch Isopropanol verwendet werden. Wer unangenehme Gerüche vertreiben möchte stellt eine Schale mit Zitronenwasser (½ Zitrone) mit 1 EL Natron vermischt in die noch auftauende Gefriertruhe.
Gummidichtung nicht vergessen!
Oft übersieht man bei der Reinigung des Gefrierschranks die Gummidichtung. Hier nistet sich gerne Schimmel ein, den man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Mit einem in Zitronensaft getauchtes Wattestäbchen kann man den Übeltäter schnell beseitigen. Essig ist beim Reinigen von Gummidichtungen nicht geeignet, da er den Gummi porös werden lassen kann. Oft werden mit dem Alter die Gummidichtungen dennoch porös. Um dem Abhilfe zu schaffen können Haushaltsmittel verwendet werden, die Glycerin als Bestandteil haben. Glycerin macht die Gummidichtungen geschmeidig und schützt sie.
Ablaufrohr des Tauwassers
Auch die Reinigung des Tauwasser-Ablaufs sollte auf keinen Fall vergessen werden. Auch hier kann man sich sehr gut mit einem Wattestäbchen behelfen und damit die Ausflussöffnung mit Essigwasser putzen.
Wiedervereisen verhindern

Das Problem bei Gefriergeräten besteht in der schnellen wieder Vereisung der Innenwände. Die Vereisung entsteht beim Öffnen der Tür und dem Hineinströmen von warmer Luft. Warme Luft kann deutlich mehr Wasser aufnehmen als kalte Luft. Wenn die hinzugekommene warme Luft nun wieder abkühlt, kondensiert das Wasser an den Wänden, der Tür und dem Gefriergut und vereist dort. Das kann man aber verhindern:
- Nach dem Reinigen die Innenwände mit einem geschmacksneutralen Öl (Rapsöl, Sonnenblumenöl,…) leicht einreiben.
- Nach dem Reinigen die Innenwände mit Glycerin leicht einreiben
- Tiefkühlschränke sollten eine Temperatur von -18° Celsius haben
Die neueren Gefriermodelle haben schon ein Anti-Frost-System und auch schon einen wesentlich effizienteren Stromverbrauch. Wer also noch ein altes Gerät verwendet sollte vielleicht darüber nachdenken, ob ein neueres Gerät nicht nachhaltiger wäre.
Das Befüllen der Gefriertruhe

Es gilt beim Befüllen eine einfache Faustregel: je mehr das Gerät mit gefrorenen Lebensmitteln befüllt ist, desto weniger Leistung wird benötigt und desto eher sinken die Stromkosten. Wer nicht ausreichend Gefriergut in der Truhe verstaut hat, kann ganz einfach leere Behälter in die Truhe stellen um den Raum besser auszufüllen. So muss weniger warme Luft nach dem Öffnen heruntergekühlt werden, es wird weniger Strom verbraucht und es legt sich weniger Kondenswasser an den Wänden an.
Lebensmittel für die Tiefkühltruhe verpacken

Sobald das Lebensmittel geputzt, getrocknet, in Stücke geschnitten, ggf. blanchiert oder Gekochtes abgekühlt ist, sollte es in kleine Portionen geteilt und in ein gefriergeeignetes Gefäß oder eine spezielle Gefriertüte gegeben werden, die luft- und feuchtigkeitsundurchlässig ist.
Um das zu frostende Lebensmittel vor Vitaminverlust und Gefrierbrand (siehe unten) zu schützen, sollte man versuchen, so wenig Luft wie möglich in der Verpackung zu lassen. Allerdings darf ein Gefäß auch nicht zu voll gefüllt werden, da es sonst in gefrorenem Zustand (durch Ausdehnung von sehr wasserhaltigen Speisen) platzen oder sich zumindest der Deckel abheben könnte.
Lebensmittel tiefkühlen

Gekaufte Tiefkühlkost ist so lange lagerbar, wie es auf der Verpackung angegeben ist. Selbst eingefrorene Lebensmittel halten 3 bis 12 Monate. Fleisch hält sich bei -18 Grad 3 bis 12 Monate – dabei muss man wissen: je fetter das Fleisch ist, desto kürzer ist die Lagerdauer! Obst kann 3 bis 12 Monate, Gemüse 6 bis 12 Monate und fertige Speisen bis zu 3 Monate tiefgefroren werden. Danach sind die Qualitäts- und Vitaminverluste zu groß. Viele Lebensmittel dürfen aber gar nicht in tiefgefroren werden, da sie entweder ihren Geschmack verlieren oder die Konsistenz verändern. Bereits aufgetaute Lebensmittel sollten nicht mehr erneut eingefroren werden. Denn das Wasser, das in den Zellen enthalten ist, gefriert zu Eiskristallen und zerstört die Zellwände. Nach dem Auftauen lässt das Gefriergut dementsprechend Auftauwasser – es kommt unter anderem zu einem Gewichtsverlust und das zubereitete Lebensmittel wird trockener und verliert an Geschmack. Das Auftauen von Lebensmitteln sollte auch möglichst immer im Kühlschrank passieren und nicht bei Zimmertemperatur, da sich so sonst Keime viel schneller vermehren können.
Welche Lebensmittel sollten nicht eingefroren werden?
Sehr wasserhaltige Sorten schmecken nach dem Auftauen nicht mehr ganz so frisch und knackig, bzw. werden matschig. Äpfel (nur als Mus), Papaya (nur püriert), grüne Trauben, Wassermelone, Knoblauch, Oliven, Radieschen, Rettich, Blattsalate,Tomaten (nur als gekochtes Püree) sollten daher nicht eingefroren werden.
Milchprodukte wie Buttermilch (wird körnig), Creme Fraiche (wird körnig), Sauerrahm/ saure Sahne (wird körnig), Hart-, Schnittkäse (trocknet aus), Kefir (wird körnig), Milch und Joghurt gehört auch nicht in den Tiefkühlschrank.
Auch gekochte Eier (wobei Eiweiß und Eigelb getrennt eingefroren werden können) und selbstgemachte Mayonnaise sollten nicht tiefgefroren werden.
Kartoffeln, Reis und Nudeln schmecken am besten frisch gekocht. Selbstverständlich kann man Reste auch über Nacht im Kühlschrank lagern. Eingefroren und wieder aufgetaut schmecken insbesondere Kartoffeln jedoch nicht mehr besonders gut. Durch die Stärke in den meisten Beilagen verändern sich Konsistenz und Geschmack. Die Kartoffeln werden matschig, da ihre Zellstruktur durch den sehr hohen Wasseranteil beim Einfrieren zerstört wird.
Welche Lebensmittel eignen sich gut zum Einfrieren?
Fleisch und Fisch lassen sich hervorragend einfrieren, wenn man ein paar Dinge beachtet: Fleisch immer so schnell wie möglich aus der Verpackung nehmen, gut trocken tupfen und so luftdicht wie möglich einfrieren, am besten in Gefriertüten.So lassen sich Schweinefleisch 6 bis 8 Monate, Rindfleisch bis 10-12 Monate haltbar machen.
Brot, Brötchen, Baguette und Kuchen (z.B. Rührkuchen) lassen sich gut einfrieren. Sie sollten luftdicht entweder am Stück oder Brot auch in Scheiben verpackt sein. Je frischer die Backwaren beim Einfrierdatum waren, desto besser schmecken sie nach dem Auftauen. Brot, Brötchen und Baguette kann man ganz einfach direkt in gefrorenem Zustand in den Backofen geben, für Glanz und Knusprigkeit mit Wasser oder Milch bestreichen. Backwaren sind etwa 1 bis 3 Monate haltbar. Tipp: Baguette oder Brötchen gefroren in den kalten Backofen geben und auf 170°C Umluft erhitzen. Sobald die 170°C erreicht sind, ist das Brot schön aufgebacken.
Obst kann gut eingefroren werden, wenn man es zur weiteren Verarbeitung aufbewahren möchte. Am besten lässt es sich als Fruchtpüree einfrieren und hält sich 9 bis 12 Monate. Beeren am besten auf einem Tablett oder Blech einfrieren, damit einzelnen Beeren nicht zusammen kleben. Sobald sie gefroren sind in Beutel oder Behälter umfüllen – so lassen sie sich jederzeit ganz einfach portionsweise entnehmen.
Und hier noch ein paar Haltbarkeitsdaten:
Geflügel 8 bis 10 Monate, Kalbfleisch 9-12 Monate, Hackfleisch 1-3 Monate.
Vorsicht bei Gefrierbrand

Gefrierbrand ist eine einfach Reaktion zwischen dem im Tiefkühlgut enthaltenen Wasser und der Umgebungsluft. Tiefkühlprodukte, die ständig oder oft hintereinander der Umgebungsluft ausgesetzt sind, bekommen früher oder später Gefrierbrand. Diese „Kälteverbrennung“ entsteht durch den Wasserentzug aus den tiefgefrorenen Lebensmitteln. Das kann entweder durch einfache Verdunstung des Wassers entstehen, insbesondere dann wenn die betreffenden Lebensmittel nicht ordentlich dicht verpackt wurden, oder durch die ständige Aussetzung von Temperaturschwankungen.
Wie kann man Gefrierbrand verhindern?
- Das Tiefkühlgut sollte absolut luftdicht verpackt sein.
- Der Tiefkühlschrank sollte möglichst kurz und nur wenig geöffnet werden (Luftzufuhr/Temperaturschwankungen)
- Im Tiefkühlschrank sollten stabile und gleichbleibende Minustemperaturen herrschen. Dabei gilt: je kälter desto besser!
- Fisch und Fleisch kann man mit dick aufgetragenen Marinaden vor Gefrierbrand schützen
Sind Lebensmittel mit Gefrierbrand schädlich?
Der Gefrierbrand selbst ist weder gesundheitsschädlich noch giftig für uns. Die Oberfläche hat sich einfach durch das verdunstete Wasser unschön verändert (und der Geschmack ist weg) – aber ist nicht schädlich geworden. Allerdings kann Gefrierbrand, vor allem wenn er besonders stark ausgeprägt ist, auf eine schlechte Kühlkette, oder sogar eine durch z.B. Stromausfälle lang anhaltende Unterbrechung der Kühlleistung entstanden sein. Nicht der Gefrierbrand ist hier schädlich, sondern eventuell die in den betreffenden Lebensmitteln entstandenen Bakterienkulturen! Bakterien bleiben je nach Besiedelungsgrad meist geruchlos und sind daher besonders gefährlich. Da muss das Fleisch schon ziemlich verdorben sein, damit man das riecht. Und genau da liegt das Problem, denn schon vor dem ersten strengen Geruch kann eine ausreichend krankmachende Bakterienkultur das Fleisch oder andere gefrorene Lebensmittel überwuchert haben. Ein leicht mit Gefrierbrand befallenes Brot oder Brötchen sowie Gemüse müssen in der Regel nicht weggeworfen werden – Gefrierbrand beeinflußt hier je nach Stärkegrad nur den Geschmack oder die Konsistenz der Lebensmittel.
Welche Lebensmittel sind besonders anfällig?
Lebensmittel, die eine große Oberfläche aufweisen, sind natürlich umso mehr von der Umgebungsluft und dem Ausdunstungseffekt betroffen. Sehr schnell von Gefrierbrand befallen werden vor allem:
- Brot und Brötchen
- Gemüse und Obst, allen voran kleines Beerenobst
- Fleisch, insbesondere Hackfleisch
- Fisch
- Selbstgemachtes, wie z.B. Spaghetti Bolognese
- Selbstgemachtes Speiseeis
- alle Arten von Teig
Frisch gekochte Gerichte, die tiefgefroren werden sollen, sollen zuerst vollständig abgekühlt werden und zuerst in den Kühlschrank, bevor sie in den Tiefkühlschrank umsiedeln. So ist ihre Ausgangstemperatur nicht mehr so hoch und Gefrierbrand hat noch weniger Chance (und sie tauen nicht die Dinge in ihrer Umgebung auf, wenn sie noch warm im Tiefkühlschrank landen).
Wird der Tiefkühlschrank einmal kaputt, sollte er auf gar keinen Fall geöffnet werden, denn so besteht die Möglichkeit, dass das Gefriergut die nächsten 24h unbeschadet und unaufgetaut übersteht.
Wenn du noch mehr zum Thema richtige Lagerung von Lebensmitteln und Haushaltsputz wissen möchtest, dann schau doch hier vorbei:
Richtige Lagerung von Lebensmitteln
Frühjahrsputz – Tipps für den Haushalt
Kühlschrank richtig reinigen und einräumen
