Die Rezepte der Detox Days sind sehr sorgfältig nach komplexen Kriterien zusammengestellt. Anders als in “normalen” Faustformel-Rezepten ist es daher nicht ganz so einfach Lebensmittel durch andere zu ersetzen. Aus Gründen des Geschmacks ist es daher keine gute Idee bestimmte Zutaten durch andere ersetzen – sieh es eher als Chance neue Geschmacksrichtungen kennen und lieben zu lernen.
Sollten bestimmte Lebensmittel in deinem Supermarkt- oder Bioladen nicht erhältlich sein, haben wir dennoch ein paar Hinweise:
Man kann die Lebensmittel in den Rezepten in drei Gruppen einteilen:
- Haben einen definitiven Zweck und können nicht einfach ersetzt werden
- Haben einen definitiven Zweck, aber stammen aus einer Gruppe von Lebensmitteln, die alle (fast) die gleichen Eigenschaften haben und
- Sind gerade saisonal und schmecken gut – aber sind einfach zu ersetzen, weil sie nicht primär der Entgiftung dienen, sondern (nur) der Vielfalt – hier findet sich ganz leicht Ersatz.
Gruppe 1
Die schlechte Nachricht: Stangensellerie fällt in die erste Gruppe 🙂 Also, außer du hast eine durch einen Bluttest nachgewiesene Allergie auf Stangensellerie, versuch doch einfach mal, deine Geschmacksnerven auf einen neuen Geschmack zu trainieren. Gerade im Smoothie geht der Sellerie ziemlich unter. Achte auch vielleicht darauf, dass du eher “blasse” knackige Stangen kaufst und nicht die dunklen, fasrigen – denn die dunklen haben einen stärkeren Geschmack. Wenn du den Geschmack nicht ausstehen kannst, lass auch die Blätter eher weg, bis du den Geschmack wieder gewohnt bist, denn auch die schmecken stärker. Wir versprechen: Geschmack ist reine Gewohnheitssache! Wenn du Stangensellerie immer wieder probierst, wirst du ihn lieben lernen!
In die Gruppe 1 fallen auch die roten Rüben (rote Bete). Wenn diese aus irgendeinem Grund nicht zu bekommen ist, gibt es dafür keinen Ersatz, dann müssen wir sie weglassen. Aber man kann auch gut rote Rüben im Glas dazu nehmen. Achte eventuell darauf, dass keine künstlichen Süßstoffe oder Aromen enthalten sind – aber wir nehmen sogar das in Kauf, wenn wir sie sonst nicht bekommen können.
Spargel fällt auch in die Gruppe 1, deswegen verwenden wir ihn eigentlich nur, wenn er in Mitteleuropa (wo die meisten von euch leben) gerade Hauptsaison hat. Wenn du in einem Land wohnst, wo er dann nicht erhältlich ist, sag uns Bescheid und wir machen Vorschläge für ein Ersatzrezept.
Zwiebel, Knoblauch, Lauch: sind essentiell in den Detox Days, da sie Schwefel liefern, der gerade für die Phase 2 der Entgiftung besonders wichtig ist. Wenn du Zwiebel oder Lauch nicht verträgst, kannst du versuchen mehr Knoblauch zu verwenden, falls das bei dir möglich ist. Wenn du Knoblauch gar nicht magst oder verträgst, Zwiebel aber schon, dann kannst du ihn weglassen und stattdessen evtl. ein bisschen mehr Zwiebel verwenden. Wenn du keines dieser drei Lebensmittel essen kannst, dann solltest du versuchen mehr Eier, z.B. hart gekocht als Zwischenmahlzeit in deiner Detox Woche unterzubringen.
Hanf: hat zwar keine speziellen Entgiftungseigenschaften, ist aber trotzdem recht schwer zu ersetzen, weil er unglaublich viel Eiweiß liefert, das außerdem noch besonders gut verdaulich ist und leicht aufgenommen und verwertet werden kann. Außerdem liefert er die essentiellen Fettsäuren genau im richtigen Verhältnis und enthält er viele Mineralien – und das tollste: es ist so gut wie niemand allergisch darauf. Uns ist ungeschälter Hanf lieber als geschälter, aber nimm, was du bekommen kannst – auch Hanfmehl wäre okay, weil wir ihn ja eh hauptsächlich in Smoothies einsetzen (obwohl wir mal vermuten würden, dass Hanfmehl dazu neigt, sehr schnell ranzig zu werden, weil da so viele essentielle Fette drin sind. Also gut aufpassen und evtl. im Kühlschrank aufbewahren!)
Chiasamen: haben auch keine speziellen Entgiftungseigenschaften, sind aber ähnlich wie Hanf schwer zu ersetzen, denn sie liefern neben Eiweiß, Mineralien und essentiellen Fetten (in einem noch besseren Verhältnis als im Hanf!) auch noch tolle lösliche Ballaststoffe. Wenn du sie gar nicht bekommen kannst, dann nimm stattdessen mehr Hanf, oder verwende statt Chiasamen einfach Leinsamen.
Gruppe 2

Kohlgemüse/Kraut: zum Unterschied zwischen Wirsing und Kohl haben wir hier einen Artikel für euch geschrieben. Kohlgemüse gehört für uns in die Gruppe 2 – da hat die ganze Gruppe an sich tolle Eigenschaften, aber es ist ziemlich egal, ob du statt Weißkohl Wirsing nimmst, oder Blumenkohl/Karfiol statt Chinakohl. Nimm eine Sorte, die bei dir gerade Saison hat und gut erhältlich ist. Du kannst Rotkraut/Rotkohl auch durch Weißkraut/Weißkohl oder Spitzkraut ersetzen. Wenn du Probleme mit der Abwandlung der Rezepte hast, dann sag uns Bescheid und wir helfen gerne weiter.
Nussmus: gehört im großen und Ganzen auch in die Gruppe 2. Nussmuse liefern neben Mineralien hier vor allem eine gute Möglichkeit Eiweiß und essentielle Fette in Suppen und Smoothies zu bringen und machen die ganze Sache sehr cremig. Wenn ihr auf eine Sorte allergisch seid, ersetzt die einfach durch eine andere. Wenn ihr bestimmte Sorten nicht bekommen könnt, könnt ihr die 1) mit einer anderen ersetzen oder 2) auch versuchen Nussmus zu Hause selber zu machen. Wenn man eine kleine, starke Küchenmaschine hat, ist das gar nicht so schwierig: einfach eine Handvoll Nüsse in die kleine Küchenmaschine geben und mixen, bis es cremig wird. Ihr könnt also problemlos Mandel- oder Cashewmus mit Haselnussmus oder ähnlichem(Achtung: immer nur reines Nussmus – niemals “Nusscremen”, denn die enthalten noch andere Fette und vor allem viel Zucker – Etiketten lesen!!) ersetzen. Wenn möglich, versucht verschiedene Sorten zu verwenden und nicht aus Bequemlichkeit oder weil ihr eines lieber mögt als die anderen nur eine Sorte zu verwenden. Wir haben bewusst mehrere Sorten drin, weil das nicht nur Vielfalt in die Ernährung bringt sondern auch Allergien vorbeugt.
Tahini (auch: Tahin, Sesammus) ist schon ein bisschen spezieller, weil es zusätzlich auch noch extrem viel Kalzium liefert. Tahini gibt es “geschält” und “ungeschält” (also weiß oder braun) – wir finden das weiße geschmacklich angenehmer, das braune Tahini neigt dazu bitter zu sein. Wer also den Geschmack nicht mag, sollte es mal mit dem weißen probieren – das ist geschmacklich sehr neutral und geht vor allem im Smoothie und der Suppe völlig unter. Wenn Tahini gar nicht zu bekommen ist, dann könnt ihr das auch mit einem anderen Nussmus ersetzen. Wenn alle Stricke reißen und ihr einem Teil der Welt wohnt, wo es überhaupt kein Nussmus gibt (und ihr auch die Nüsse nicht bekommen könnt, um es selber herzustellen oder keine Maschine habt), dann schaut, ob ihr Erdnussmus (Peanutbutter) bekommen könnt. Auch hier: da sollte nach Möglichkeit nur Erdnuss und evtl ein bisschen Salz drin sein, kein Palmöl und anderes Fett. Erdnussbutter wird von den Amerikanern und Briten geliebt und nachdem vor allem die Briten im Laufe der Kolonisation fast überall hingekommen sind, ist Erdnussbutter wirklich weit verbreitet.
Nüsse: hier ist es uns ziemlich egal, welche zu isst – nimm die, die bei dir gerade gut erhältlich sind und nicht ranzig sind (gerade Walnüsse werden zB nach einiger Zeit ranzig – die sind am besten frisch im Herbst und Winter, wenn sie Saison haben). Die Ausnahme sind Paranüsse, weil sie besonders viel Selen enthalten, das uns bei der Entgiftung hilft. Wenn es also möglich ist, achte darauf, dass du jeden Tag ein paar davon isst.
Beeren gehören auch in die Gruppe 2. Wenn du eine Sorte nicht bekommen kannst, ersetze sie einfach mit einer anderen. Hier gilt: Beeren sind meist umso wertvoller, je “dunkelblauer” sie sind. Heidelbeeren und Brombeeren sind ganz hoch auf der Liste. Der Geschmack der Rezepte verändert sich natürlich bei Verwendung anderer Beeren. Außerhalb der Saison (bei den meisten Beeren Spätsommer) empfehlen wir lieber Tiefkühlware als frische Beeren, die ungereift geerntet, weit transportiert und vielleicht auch noch im Glashaus gezogen wurden.
Grünes Blattgemüse (Gruppe 2): es ist total egal, ob du Mangold, Spinat, Vogerlsalat/Blattsalat, Rucola oder irgendein anderes dunkelgrünes Blattgemüse verwendest. Nimm das, was bei dir frisch erhältlich ist. Wir haben die genommen, die geschmacklich am besten passen, aber solange die Blätter grün sind, kannst du sie durch andere ersetzen
Gruppe 3:

Bohnen und Linsen gehören in die Gruppe 3: falls die in den Rezepten angegebenen Sorten nicht erhältlich sind, können problemlos auch andere Sorten verwendet werden. Der Geschmack wird sich dadurch allerdings leicht verändern. Bei Linsen sollte eine Sorte gewählt werden, die eine ähnliche Konsistenz haben: rote und gelbe Linsen werden beim Kochen eher breiig und eignen sich gut für Suppen, während Berg-, Chateau- und Puy-Linsen ihre Form beim Kochen behalten. Wenn du Hülsenfrüchte gar nicht verträgst, kann man dafür leicht Ersatz finden – sag uns Bescheid, dann sagen wir dir, mit welchem Rezept du das ersetzen kannst.
Kürbis (Gruppe 3): wenn du eine bestimmte Sorte nicht bekommen kannst, kannst du auch fast jede andere nehmen. Geschmacklich ist oft ein sehr kleiner Unterschied, am ehesten merkt man es in der Konsistenz (manche sind vom Fruchtfleisch fester, andere cremiger). Wenn keiner zu bekommen ist, kannst du ganz einfach irgendein anderes Gemüse verwenden – wenn du Tipps bei den Rezepten brauchst, sag Bescheid.
Gewürze: alle Gewürze dienen dem Geschmack und sind daher nicht zwingend erforderlich. Wenn ihr sie nicht bekommt, könnt ihr sie auch weglassen. Eine kleine Ausnahme bildet hier der Zimt – dieser hilft euren Blutzucker zu stabilisieren. Solltet ihr allerdings nur Cassia-Zimt (oder Zimt ohne Zusatzbezeichnung) anstelle von Ceylon-Zimt bekommen, dann lasst ihn lieber weg, denn dieser ist schon in recht geringen Mengen giftig und beim Detoxen wollen wir ja genau das Gegenteil erreichen!
Wenn du Allergien oder Intoleranzen hast, und auf bestimmte Zutaten verzichten musst, dann schick uns einfach ein Mail und wir machen dir Vorschläge, wie du einzelne Zutaten am besten ersetzt. Bitte iss während des Detox möglichst keine Lebensmittel von denen du weißt, dass du eine Allergie oder Intoleranz hast, denn das ist sonst eine starke Belastung für die Leber.
Allergien oder Intoleranzen:

Bitte iss während des Detox möglichst keine Lebensmittel von denen du weißt, dass du eine Allergie oder Intoleranz hast, denn das ist sonst eine starke Belastung für die Leber.
Lactoseintoleranz, Kuh-/Schaf-/Ziegenmilch- und Glutenunverträglichkeit sind bei den Detox Days kein Problem, da in den Speiseplänen weder Milchprodukte noch Gluten enthalten sind.
Fructoseintoleranz: in diesem Fall ist es schwer Tipps zu geben, weil gerade die Fructoseintoleranz individuell sehr verschieden ist. Manche reagieren sehr stark, andere weniger. Wenn du keine extrem starke Fructoseintoleranz hast, kannst du die Lebensmittel, die dir Probleme machen, weglassen (auch wenn das natürlich die Detox Wirkung verringert). Du kannst auch probieren Enzymtabletten (z.B. Fructozym von Biogena) zu verwenden, um die Verdauung von Fructose zu verbessern. Müsstest du allerdings zu viele Lebensmittel aus dem Detox Plan streichen, würden wir dir abraten an den Detox Days teilzunehmen.
Eier: Wenn du keine Eier verträgst, kannst du diese durch eine andere Eiweißquelle ersetzen. Es eignen sich hier Fleisch, Fisch oder auch Tofu.
Nüsse/Nussmus: Wie bereits weiter oben beschrieben kannst du die Nüsse oder das Nussmus jeweils durch andere Sorten ersetzen. Verträgst du überhaupt keine Nüsse, kannst du es mit Samen probieren (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc.). In den Suppen würdest du diese dann am Schluss darüberstreuen. Wenn du auch keine Samen essen kannst, wird es wieder eher schwierig – du kannst in den Suppen evtl. Quinoa verwenden (wie in der Zucchini-Quinoa-Suppe), aber da können wir keine Garantie für den Geschmack übernehmen ;-). Problematisch bleiben dann allerdings trotzdem die Zwischenmahlzeiten, weil dir hier das Eiweiß fehlt. Du kannst versuchen hier nur Gemüsesticks zu knabbern, allerdings kann es sein, dass dein Blutzucker dann nicht ganz so stabil bleibt.
11 Kommentare zu „Darf ich die Detox Rezepte abwandeln?“
Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und mir wurde mal gesagt, dass Kohl nicht so gut ist. Weil es der an. Unterfunktion leidenden Schilddrüse eher schadet. Stimmt das?
Hallo! Kann ich die Polenta durch Hirse ersetzen?
Hallo!
Kann ich den Brokkoli durch ein anderes Gemüse ersetzen.
Vertrage Brokkoli nicht 🙁
LG
Hallo Gerlinde, entschuldige die späte Antwort – hab deine Frage jetzt erst gesehen. Wenn du Fragen hast, auf die du schnell eine Antwort brauchst, ist es immer besser, du schickst eine Email an team@faustformel.com, denn da sehen wir sie auch ganz sicher und können dir weiter helfen. Wenn du Brokkoli nicht verträgst, dann ersetze ihn durch ein anderes Kohlgemüse. Allerdings ist das kein vollständiger Ersatz, weil Brokkoli echt viele positive Eigenschaften hat und auch mehr Eiweiß liefert als andere Kohlsorten.
Hallo!
ich habe eine Frage bzgl. Sellerie:
In meinem Garten wächst prächtiger Knollensellerie. Da dieser gehegt und gepflegt und ganz 100%ig frei von irgendwelchen Giftstoffen, Düngern o.ä. ist, täte es mir leid extra Stangensellerie kaufen zu müssen. Kann ich meine Knollen statt dem Stangensellerie benutzen oder, falls es grün sein muss, wenigstens deren Kraut?
Danke!
LG Britta
Leider hat Knollensellerie eine ganz andere (und viel höhere) glykämische Last als Stangensellerie und passt uns hier leider nicht hinein. Leider!
Das kann ich leider nicht beurteilen, weil ich die Wirkung von fertigen Basenbädern leider nicht kenne.
Hallo liebes Faustformel-Team,
ich mache ab 5. Sept. die Detox-Days mit und hab mir jetzt mal alle Infos (hoffe ich) durchgesehen. Vielleicht hab ich es auch übersehen, aber besteht die Möglichkeit – hier in Bezug auf Abwandlung – auch die Rezepte der Reihenfolge nach zu tauschen oder folgt ihr hier einem speziellen Aufbau?
Ich würde nämlich gern am SO Gäste einladen, da wär aber mittags Suppe dran. Kann ich da variieren?
Danke und lg
Das habe ich dir hier beantwortet Darf man bei den Detox Days Rezepte tauschen?
Hallo!
Bezüglich Unverträglichkeit:
Pute +2
Eiklar (Eiweiß)+1
Ziegenmilch
Haselnuss +1
Vorsicht bei:
Dinkel
Kuhmilch
Ente
Schwein
Muschelmix(Venus,Auster,Muscheln)
Die Dinge, die bei mir bei Vorsicht sind, sind zum Glück nicht in den Rezepten enthalten, dennoch bei denen, die ich garnicht essen sollte wie Eiklar und Haselnuss.
lg
Hallo Evelyn, wenn du eine konkrete Frage hast, dann schick doch bitte ein Mail an team@faustformel.com, dann helfen wir dir gerne weiter!