Was heißt NMU?
NMU ist die Abkürzung für Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Damit meinen wir alle Arten von Allergien oder andere unerwünschte Reaktionen, die man auf ein Lebensmittel haben kann, auch wenn es keine Allergien oder eventuell nicht mal “offiziell feststellbare” Unverträglichkeiten im engeren Sinne sind.
Welche Nahrungsmittel sind erlaubt?
Im Grunde sind alle Lebensmittel erlaubt, die nicht ausdrücklich verboten sind – außer du weißt schon, dass du etwas nicht verträgst (z.B. weil du eine Kreuzreaktion auf Äpfel hast). Erlaubt sind also:
Wichtig: Iss in dieser Zeit möglichst unverarbeitete, naturbelassenen Lebensmittel, also keine Kartoffelchips oder glutenfreies Brot oder ähnliches.
Was ist alles NICHT enthalten?
“Verbotene” Lebensmittel:
Es gibt so gut wie niemanden, der auf alle diese Dinge reagiert. Wenn doch, dann gibt es mit Sicherheit ein größeres Problem im Darm, diese Person hat deutliche Beschwerden und wir würden dann dringendst raten, einen guten Ganzheitsmediziner aufzusuchen und sich behandeln zu lassen. Die allermeisten von euch haben, wenn überhaupt, nur ein, zwei oder vielleicht drei Dinge, die sie nicht so gut vertragen. Aber wir müssen zuerst ALLES weglassen, was in Frage kommt, damit wir isolieren können, was du nicht verträgst.
Muss ich alles auf einmal weglassen? Kann ich das nicht in Gruppen testen?
Nein, das geht leider nicht. Das Problem ist, dass NMU fast immer zu entzündlichen Prozessen im Körper führen und das dann die Beschwerden und verschiedene Symptome auslöst. Aber so lange du nicht alle Lebensmittel, auf die du reagierst, weglässt, hast du ja weiterhin Symptome und Entzündung im Körper – und dann wirst du nicht merken, wenn du etwas anderes nicht verträgst. Es ist ja leicht möglich, dass du zB Kuhmilch und Weizen nicht verträgst (aber Schafmilch und Dinkel sehr wohl). Wenn du jetzt in der ersten Woche zB nur alle Milchprodukte weglässt, aber weiterhin Getreide isst, dann gehen deine Symptome nicht ganz weg (weil du ja noch Weizen isst, von dem du derzeit noch nicht weißt, dass du ihn nicht verträgst). Die Symptome werden also in der “Karenzphase” nicht ganz weggehen und wenn du dann eine “Challenge” machst (also zB ein Stück Käse isst um zu sehen, ob du es verträgst), dann wirst du kaum einen Unterschied merken. Deswegen muss man unbedingt alle Lebensmittel, von denen man vermutet, dass man sie eventuell nicht verträgt, gleichzeitig weglassen – und dann nach und nach wieder hinzufügen, wenn man weiß, welches man verträgt.
Warum ist so viel Fleisch enthalten?
Es ist recht schwierig einen Speiseplan zusammenzustellen, der ausreichend Eiweiß enthält und dabei auf die meisten pflanzlichen Eiweißquellen, Milchprodukte und Eier zu verzichten.
Fleisch hat in diesem Zusammenhang viele Vorteile:
Deswegen gibt es auch keine vegetarische Version des Plans.
Warum gibt es keine vegetarische Version?
Es ist recht schwierig einen Speiseplan zusammenzustellen, der ausreichend Eiweiß enthält und dabei auf die meisten pflanzlichen Eiweißquellen, Milchprodukte und Eier zu verzichten. Da gerade die pflanzlichen Eiweißquellen (Soja, Nüsse,…) oft Probleme machen, und viele Menschen Eier oder Milchprodukte nicht vertragen, wäre es so gut wie unmöglich, einen vegetarischen Speiseplan zusammen zu stellen, der all diese Dinge weglässt, aber trotzdem ausreichend Eiweiß enthält. Das ginge nur, wenn man ständig die gleichen Lebensmittel (Hanf, Kürbiskerne….) bei jeder Mahlzeit wiederholen würde und dann besteht bei einem Darm, der schon stark beeinträchtigt ist (was ja bei einigen, die diesen Plan machen, der Fall sein kann), die Gefahr, dass sie dann innerhalb von kürzester Zeit Unverträglichkeiten auf genau diese Dinge entwickeln – und das wäre sehr kontraproduktiv.
Deswegen gibt es keine vegetarische Version dieses Speiseplans.
Was tue ich, wenn ich etwas nicht mag?
Lass es einfach weg. Solange du alle “verbotenen” Lebensmittel weglässt, kannst du grundsätzlich essen, was du möchtest.
Was ist mit den Zwischenmahlzeiten?
Wir empfehlen ja beim Faustformel System zu jeder Mahlzeit ein wenig Eiweiß zu essen, auch zu den Zwischenmahlzeiten. Dazu braucht man dann aber etwas, was leicht vorzubereiten und mitzunehmen ist und dass vor allem unkompliziert zu essen ist. Und weil Nüsse auch noch viele andere Vorteile haben (sie liefern tolle Nährstoffe!) sind sie normalerweise die “Eiweißquelle unserer Wahl” bei den Zwischenmahlzeiten.
Wenn man Nüsse nicht mag oder nicht verträgt, dann biete sich oft ein Stück Käse oder ein Joghurt an – aber all diese Dinge sind für diesen Speiseplan ausgeschlossen.
Theoretisch könntest du dir ein Smoothie mit Hanf machen oder Kürbiskerne knabbern – oder ein paar Schinkenblätter oder Räucherlachs etc.
Für die meisten ist es aber überraschend einfach, in dieser “Testphase” die Zwischenmahlzeiten wegzulassen.
Du hast also zwei Möglichkeiten: entweder du lässt die Zwischenmahlzeiten in dieser Phase einfach weg, oder du isst nur ein bisschen Gemüse oder Obst ohne zusätzliches Eiweiß. Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass du Reste von einer Hauptmahlzeit oder etwas anderes von der “erlaubten” Liste isst (zB ein paar Blätter Schinken). In den meisten Fällen ist es aber am einfachsten, die Zwischenmahlzeiten für diese Woche einfach wegzulassen.
Warum sind nur so wenig Frühstücke enthalten?
Es ist sehr schwierig, ein Frühstück zusammen zu stellen, das keine Eier, keine Milchprodukte, kein Gluten, keine Haferflocken, keine Nüsse und kein Soja enthält, aber trotzdem genug Eiweiß liefert, damit der Tag auch gut startet und die Heißhungerattacken nicht vorprogrammiert sind.
Du hast für das Frühstück daher mehrere Möglichkeiten:
Kann ich mir glutenfreies Brot kaufen?
Bitte nicht. Bleib in diesen zwei Wochen bei frisch zubereiteten Mahlzeiten aus möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln und iss keine hochverarbeiteten, industriell hergestellten Produkte. Sollte sich herausstellen, dass du Gluten wirklich nicht verträgst (auch zB kein Roggen-Sauerteigbrot mit 100% Roggen), dann können glutenfreie Brote später eine gute Alternative sein.
Wie lange kann ich den Plan machen?
Dieser Plan ist recht extrem. Obwohl er ausreichend Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett etc enthält, lässt man doch sehr viele Lebensmittel weg, die wertvolle Nährstoffe liefern und Vielfalt in die Ernährung bringen. Wir würden also dazu raten, nach zwei bis drei Wochen damit anzufangen langsam herauszufinden, welche Lebensmittel von der “verbotenen” Liste du verträgst und welche nicht. Das muss nicht gleich Käse oder Brot sein, sondern können auch Dinge wie Leinsamen, Kichererbsen, rote Linsen etc sein.
Kann ich nicht einfach einen Bluttest machen und mir diesen Speiseplan ersparen?
Ja, theoretisch schon. Aber leider haben die verschiedenen Unverträglichkeiten im Körper verschiedene “Mechanismen” und das bedeutet, dass man sehr viele unterschiedliche Tests machen müsste, um alle Aspekte abzudecken. Man kann auf Milch zB eine klassische Allergie (IgE-Reaktion), eine “verzögerte” Allergie (IgG-Reaktion) oder eine Laktoseunverträglichkeit haben – das sind 3 völlig getrennte Tests. Dazu gibt es dann noch Histaminunverträglichkeit und Fruktosemalabsorption (wieder zwei getrennte Tests). Da wird es schnell sehr kostspielig, wenn man alles testen lassen will.
Aber es gibt noch ein anderes Problem: einige Menschen reagieren auf Nahrungsmittel, obwohl die verfügbaren Tests nichts anzeigen. Da ist dann eine Karenz dieses Nahrungsmittels mit anschließendem “Ess-Test” oft eine bessere Möglichkeit.
Aber auch unser Speiseplan deckt nicht alle Aspekte ab. Wir haben uns auf die “Klassiker” auf der Liste der “verdächtigen” Lebensmittel konzentriert, aber es gibt natürlich auch Menschen, die auf andere Dinge, wie zB Knoblauch oder Pfeffer reagieren. Kein Test oder Speiseplan kann perfekt sein – aber der Speiseplan ist wenigstens eine kostengünstige Alternative, wenn man zumindest mal die Basics testen möchte.
Werde ich abnehmen?
Mit welchen “Nebenwirkungen” oder Veränderungen kann/soll ich rechnen?
Wenn du Unverträglichkeiten hast, von denen du derzeit noch nichts weißt und diese Lebensmittel über mehrere Tage weglässt, dann solltest du dich nach einigen Tagen wesentlich besser fühlen. Oft wird die Verdauung deutlich besser (egal ob vorher Verstopfung oder Durchfall), der Bauch ist weniger aufgebläht, die Stimmung wird besser, Kopfweh/Migräne verschwinden und die Haut wird schöner. Das alles kann, muss aber nicht auftreten. Je stärker du auf bestimmte Lebensmittel reagierst (und je häufiger du sie vorher gegessen hast), umso größer und positiver wird die Veränderung sein.
Ich habe mit dem NMU-Speiseplan zugenommen? Woran kann das liegen?
Wenn du den NMU-Speiseplan ein oder zwei Wochen machst und in dieser Zeit statt abzunehmen, ein oder gleich mehrere Kilogramm zunimmst, dann ist das mit Sicherheit kein Fett. Das heißt, da “läuft” noch was anderes ab – irgendetwas, das bei dir “Wasserstau” verursacht, denn so viel Fett kann man in so kurzer Zeit mit normal großen Portionen und naturbelassenen Lebensmittel nicht zunehmen.
Eine der Ursachen für Wassereinlagerungen können Unverträglichkeiten sein, deswegen haben wir ja diesen Speiseplan zusammengestellt. Allerdings können wir nicht ALLES, auf das man reagieren könnte, ausschließen, sondern haben nur die wichtigsten “Klassiker” genommen. Es könnte also sein, dass du noch auf etwas reagierst, was im Speiseplan drin ist – oder sogar davon jetzt mehr isst, weil du ja andere Lebensmittel derzeit nicht isst.
Es könnte auch sein, dass dein Körper diese Art von Ernährung nicht gewohnt ist und bei der Umstellung mehr Darminhalt hat (der speichert VIEL Wasser) oder sich mit der Umstellung schwer tut. Es kann aber auch ganz andere Ursachen haben, die mit der Ernährung nichts zu tun haben, zB weil es hormonell bedingt ist.
Wir würden empfehlen den Speiseplan noch eine Woche weiter durchzuziehen und zu schauen, ob es besser wird oder weggeht. Wenn es nur die Umstellung oder die Hormone sind, sollte sich das einpendeln. Wenn es sich nicht verändert oder schlimmer wird, dann solltest du dem vielleicht mal mit einem guten Ganzheitsmediziner auf den Grund gehen und deine Schilddrüse, Hormone (auch evtl Nebennieren) und deine Verdauung anschauen lassen.